Jetzt erst recht!

Und wir tun es doch!

Es gibt Momente im Leben, in denen hilft nur tief durch atmen und sich die Frage stellen „Was will ich?“

Nicht das, was die Arbeit will. Nicht das, was Freunde und Bekannte wollen. Nein, was will ich?

Ich will nach Schweden. Wieso? Keine Ahnung! Ich will das einfach.

Lasst mich meine eigenen Fehler machen. Lasst mich gehen, damit ich wiederkommen kann.

Passt es gerade? Nein. Aber wann passt es denn schon?

Eine der Beiden die mit wollten, wird nun doch nach kommen. Das freut mich. Sehr sogar.

Trotzdem werde ich nicht länger warten und jetzt fahren. Am Mittwoch nach Rostock und dort eine Nacht schlafen, dann geht es mit der Fähre nach Trelleborg.

Die Fähre ist gebucht. Thats it! Keinerlei Registrierung. Keine Route. Kein Zeitplan. Nur ich, Josy und Gisfred.

Ich habe genug Futter um Josy längere Zeit versorgen zu können. Sie darf immer noch nur ihr spezial Futter essen. Ich habe diverse Medikamente für sie dabei. Ich kenne inzwischen ihre „Anfälle“, verstehe, wenn sie Bauchweh hat und kann auch mit plötzlichem Durchfall ganz gut umgehen. Wir schaffen das.

Wir werden unseren Weg finden. Irgendwo. Und wenn nicht? Dann drehen wir um. Schweden ist nicht das Ende der Welt. Da gibt es Handynetz, da gibt es Menschen die mir helfen können.

Natürlich ist es immer noch aufregend. Etwas Angst spielt auch mit rein. Wir werden springen. Den Sprung ins kalte Wasser wagen.

Unsere erste große Tour.

Vielleicht nimmt sie mir das Fernweh, vielleicht.

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Das erste Agi – Tunier

Morgens hat es geregnet. Nein. Es hat geschüttet und die Stimmung schwankte zwischen Weltuntergang und Sinnflut. Ich hatte die Nacht nicht einmal eine Stunde geschlafen und war nicht einmal ansatzweise ausgeruht (Überraschung!).

Beste Voraussetzungen also um hoch konzentriert ins Tunier zu starten. Allerdings war ich so auch zu müde um aufgeregt zu sein.

Josy ins Auto gepackt und rüber zum Verein gefahren. Natürlich waren wir auch noch zu spät. Das Auto hatte ich zum Glück schon vorher gepackt.

Also erst mal eine kleine Runde mit Josy gelaufen und dann bestand meine Aufgabe die nächsten Stunden darin nicht einzuschlafen.

Vor dem ersten Lauf im FUN- Tunier habe ich Josy warm gemacht. Es hatte zum Glück inzwischen aufgehört zu regnen und auch wenn das Wetter meilenweit von strahlendem Sonnenschein entfernt war, war es doch gut zu ertragen.

Auf dem Gelände angekommen drehte Josy erst einmal hoch. Das ist nichts ungewöhnliches. Sie liebt fast alle Menschen im Verein und dann noch die Musik und die Stimme, die über knackende Lautsprecher die ansagen macht, kurzum Josy war hibbelig. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich überhaupt nicht aufgeregt war, aber im Vergleich zu der BH Prüfung im Frühjahr war ich tiefen entspannt.

Der erste Lauf war chaotisch. Ich hatte vorher gesehen, dass Josy mich im Parcours stehen lässt und tatsächlich fetzte die kleine Rennmaus erst einmal über den Platz.

Die Hindernisse waren ihr in viel zu engen Kurven gestellt, die Tunnel zu kurz und das Frauchen war sowieso viel zu langsam. Ich war also mehr damit beschäftigt meinen Hund wieder einzusammeln und zu mir zu rufen, als zu laufen.

Aber das ist nunmal Josy.

So verhält sie sich auch oft in der ersten Runde beim Training. Energie wird abgebaut und Stress. Ganz normal. Ich war unglaublich stolz auf sie, dass sie fröhlich durch gerannt ist und weder vor den Menschen, noch dem Zelt oder dem Prüfer Angst gezeigt hat.

Der zweite Lauf war um einiges entspannter. Josy hatte die erste Aufregung hinter sich und wusste was auf sie zukam. Außerdem waren nun auch der Steg und die Wand, ihre absoluten Lieblingsgeräte dabei.

Mit nur einem Fehler sind wir im Team durch den Parcours gedüst. Leider habe ich zweimal gepatzt und uns so einiges an Zeit gekostet. Josy hat meine Fehler aber ganz souverän ignoriert und mir den Hintern gerettet. Braves Mädchen ❤

Nach dem Lauf bin ich vor Stolz auf sie fast geplatzt. Unser erstes Agi- Tunier und trotz allem ist sie mit mir mit gelaufen und wir hatten Spaß. Mit einem breiten Lachen im Gesicht bin ich totmüde in mein Auto geklettert und habe mich auf den Weg zu meinen Eltern gemacht.

Bald soll meine Reise losgehen…nach Schweden.

Daten mit Hund: Date Nr.2 – Mr. Roadtrip

Ja, nichts dazu gelernt. Wieder war der Treffpunkt außerhalb. Diesmal sogar richtig schräg, auf einem Parkplatz kurz hinter der Autobahn.

Erst im nach hinein ist mir aufgefallen, wie dumm es ist sich dort zu treffen! Ich habe mir darüber gar keine Gedanken gemacht und wie beim letzten Date einfach das Gefühl gehabt – die Person ist nett- .

Die berühmten letzten Worte….

Tatsächlich war er aber wirklich nett und auch kein Serienkiller, wie schön! Ich hatte zwei Hunde dabei und hier wird die ganze Sache schon etwas peinlicher.

Wir steigen aus und er kommt uns entgegen. Josy hatte in der Nacht Durchfall gehabt und am morgen deshalb nichts zu futtern bekommen – Magen rebelliert.. Sie läuft zu ihm. Schnuppert kurz. Dreht ab. Setzt sich zwei Meter weiter und kotzt.

Ähm ja. Er war ganz tapfer und ist nicht schreiend weg gerannt, dabei habe ich im Verlauf des Treffens erfahren, dass er eher nichts mit Tieren zu tun hat und auch gemerkt, dass er das nicht unbedingt ändern möchte.

Zwei Hunde waren da natürlich schon eine Herausforderung. Wie gesagt, er war tapfer. Das Treffen war lustig und er konnte meinem Wasserfallartigen Geschwätz (ich hatte wirklich wenig geschlafen und Cola getrunken um wach zu bleiben… ich trinke nie Getränke mit Koffein… da flippe ich immer etwas aus… dazu noch die Aufregung….oje…) ganz gut stand halten. Mein Hund hat dann auch noch beschlossen, dass sie beim Gras fressen nicht gestört werden will und meine Erziehungsfähigkeit … sagen wir in Frage gestellt. Danke Josy! Ich brülle wie ein Depp in allen Tonlagen übers Feld und sie frisst gemütlich Grashalm nach Grashalm. Zum Glück werde ich nicht rot!

Ich muss ja sagen, dass ich unbedingt mehr über seinen Roadtrip erfahren wollte. Ein halbes Jahr durch Europa, das ist wirklich spannend und sicherlich besserer Gesprächsstoff für mich als wie viel man im Fitness Studio heben kann (ich müsste dazu erst einmal in ein Studio gehen!).

Außerdem kennt er sich mit Schweden gut aus und das macht es ja für mich nochmal interessanter! Er konnte mich auch dazu bewegen darüber nachzudenken, ob ich nicht vielleicht doch besser mit der Fähre fahren sollte. Also hatte ich tausend Fragen und war wahrscheinlich super nervig, aber hey! Ich will wenigstens Spaß bei den Dates der Wette haben und das Beste draus machen!

Spaß hatte ich, es war interessant und lustig. Fast Schade, dass er bald weg zieht, aber er ist wahrscheinlich nicht auf Tinder unterwegs um neue Freunde zu finden :p

Ich habe also sowohl Date 1 als auch Date 2 schon hinter mich gebracht. Hätte ja nie geglaubt, dass das so lustig sein kann. Wahrscheinlich ist es das auch nur, weil ich nicht erwarte und nicht auf die große Liebe hoffe. Keine Ahnung. Jetzt sind es noch 3 Dates.

Daten mit Hund: Date 1 Mrs. Dreamlife

Es ist einfach sich mit jemandem zu treffen, der auch einen Hund hat. Zumindest wenn beide Hunde sozialverträglich sind und da muss ich mir bei Josy zum Glück keine Gedanken machen.
Menschen die selber einen Hund haben, haben keine Angst, wenn der Hund auf sie zukommt. Sie gehen selbst viel spazieren und machen nicht nach ein paar Metern schlapp. Außerdem ist direkt ein Gesprächsthema da. Peinliche Stille kann leicht mit einem „Josy komm mal“ überspielt werden und muss nicht mit seltsamem Lachen gefüllt werden. Ich neige sowieso dazu Menschen totzuquatschen. Vielleicht schaltet Josy deshalb manchmal auf Durchzug? Hm… gibt es Ohrstöpsel für Hunde? Oder werde ich es je lernen die Klappe zu halten?
Egal. Weiter im Text.
Für mich war das tatsächlich das erste Date in meinem Leben. Bisher bin ich eher so zufällig in so Sachen reingerutscht. Sie kommt aus einer längeren Beziehung und so haben wir gemeinsam beschlossen rauszufinden wie das mit dem daten geht.
Sie wohnt auf einem Hof, auf dem jede Menge Pferde und Katzen anzutreffen sind, lebt also sozusagen meinen Mädchentraum.
Es war wirklich praktisch, dass die Hunde dabei waren und sich von Stunde zu Stunde besser verstanden haben. So hatten wir immer etwas worüber wir reden konnten. Eigentlich drehte sich der Hauptteil des Gespräches um die Hunde.
Mit Josy habe ich auch keine Angst mich mit jemandem irgendwo im nirgendwo zu treffen. Ganz schön doof, wenn man bedenkt, dass Josy wahrscheinlich freudestrahlend auf jeden Serienkiller zulaufen würde und ihm interessiert bei seiner Arbeit über die Schulter schauen würde.
Sie war aber natürlich kein Serienkiller, sondern arbeitet in einem sozialen Beruf und ist ein aktiver, netter Mensch.
Während ich jedem Menschen praktisch mit dem Arsch ins Gesicht springe, war sie eher zurück haltend. Oje und wenn ich dann noch aufgeregt bin, kann ich ja gar nicht mehr aufhören zu reden. Sie hat das gut gemanaged und auch wenn das wahrscheinlich eher Richtung Freundschaft weiter läuft werden wir uns wieder mit den Hunde treffen und spazieren gehen. Ich bin echt froh, dass es so entspannt war!
Erstes Date erfolgreich hinter mich gebracht, nur noch vier!

Zweifel und WUT!

Wut! Ich bin gerade wirklich sauer. Ich bin sauer darüber, dass ich enttäuscht bin. Ich habe doch eigentlich damit gerechnet, aber jetzt?

Doch worum geht es? Es geht um meine Reise nach Schweden. Ich habe so lange darauf gewartete. So lange darauf gespart. So vieles getan, damit sie möglich wird. Zwei Menschen haben mir fest zugesagt mich zu begleiten. Zwei Menschen, die völlig begeistert waren und eine Abenteuerfahrt machen wollten. Ganz entspannt.

Ja nichts wars. Die hatten wohl nur Spaß am planen und sich darüber unterhalten und jetzt wo es ernst wird kneifen sie. Arg, ich könnte echt in eines von Josys Kauspielzeugen beißen vor Wut.

Alleine wird es teurer, alleine wird es anders. Schaffe ich anders? Ich habe zwar immer gesagt, ich geh zur Not auch alleine, aber trau ich mich wirklich?

Ich habe so viel gearbeitet in den letzten Wochen, soviel Stress gehabt, ich will nicht mehr planen. Keinen Zeitplan aufstellen, keine Liste abarbeiten und keine Route festlegen, die mir vorgibt wann ich wo zu sein habe. Ich will Urlaub machen und nicht meine Zeit durchplanen. Einfach mal laufen und frei sein. Einmal ohne Druck.

Wieso versteht das niemand?

Was ist so toll daran, alles zu planen? Was ich daran Urlaub, wenn man von Ort zu Ort hetzt um auch ja alles zu schaffen? Wieso muss ich mit dem Auto Kilometer um Kilometer fahren um nur ja das ganze Land zu sehen? Wieso soll ich jetzt schon mein Hotel planen und wann ich wo bin?

Ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Habe gesagt, ich will nicht planen. Ich will auch wildcampen. Ich will wandern. Begeisterung und Zusagen. Immer wieder die Versicherung „Ja das wollen wir auch!“ Und jetzt? „Zu kalt, zu wenig Sightseeing, hier sind Listen von Orten wo ich hin will. Ich will alles sehen. In möglichst kurzer Zeit. Es soll sich lohnen.“ Urlaub komprimiert. Erholung nach einem straffen Zeitplan. Und jetzt entspannen, schneller bitte!

Soll ich von Stadt zu Stadt hetzen um ja alles zu sehen? Soll ich wirklich alles angucken nur um am Ende ein Bild davon zu machen und schnell weiter zu kommen?

Ich habe es doch eigentlich gewusst. Ich habe immer gesagt, ich fahre auch nur mit Josy. Jetzt wo es soweit ist, habe ich auch Angst. Angst, dass ich es nicht mache. Angst, dass ich einsam sein werde. Das es mir nicht gefällt. Dass ich alleine nicht zurecht kommen. Das ich einen Depressionsschub bekomme und irgendwo versumpfe.

Zweifel.

Konzentrationsschwäche

Ich habe in letzter Zeit Probleme damit Josy neue Tricks beizubringen. Sie ist nur kurz bei der Sache und gibt schnell auf. Ich habe das Gefühl wir haben unsere gemeinsame Sprache verloren. Sie versteht nicht mehr was ich will. Frust auf beiden Seiten.

Ich habe den größten Fehler gemacht, den man als Hundehalter machen kann. Ich habe die Schuld bei meinem Hund gesucht. Ich habe meine oberste Regel vergessen, das was Josy mir bereits in den ersten Wochen beigebracht hat. GEH EINEN SCHRITT ZURÜCK!

Einen Schritt zurück gehen. Gucken, wo liegt das Problem. Was mache ich falsch? Stehe ich richtig, spreche ich undeutlich, verwechselt sie das Kommando, kennt sie es überhaupt?

Als ich einen Schritt zurück gegangen bin, habe ich die Fehler sehen können. Ich honnte plötzlich verstehen, was sie nicht versteht. Wie sehr sie sich bemüht es mir recht zu machen und mich zu verstehen.

Ich habe von ihr verlangt sich 100% auf mich zu konzentrieren, während ich mit meinen Gedanken ständig abgedriftet bin. Wenn sie mal 90% Aufmerksamkeit hatte, war das schon viel.

Immer wieder haben wir eine Übung beenden müssen, weil es in Stress ausgeartet ist. Immer wieder hat Josy beschlossen etwas anderes zu machen. Es war zum verzweifeln.

Heute haben wir ohne Stress geübt. Ohne Druck. Ohne etwas Neues machen zu wollen. Sachen eingebaut, die sie super gut kann. Sachen, die sie liebt. Die keinen Frust bringen. Irgendwann sind mir die Übungen ausgegangen und wir haben neue Sachen probiert. Josy war dabei. So lange hatte ich ihre Aufmerksamkeit schon lange nicht mehr! Und sie meine.

Mir ist aufgefallen, dass ich zum Teil keine einheitlichen Kommandos gebe oder in der Körpersprache unklar bin. Sobald ich mich verbessert habe, hat Josy die Übung tadellos ausgeführt. Schicken auf eine Bank aus einer Entfernung von über 100 Metern war plötzlich überhaupt kein Problem mehr, während es davor bereits zwei Meter davor gehapert hat.

Handy daheim lassen, keine Kopfhörer, einen Plan machen und dann mit viel Freude trainieren. Keinen Druck, kein Stress. Immer wieder Lachen. Dann lernt der Hund.

Wenn das mal immer so einfach wäre, aber es ist der richtige Weg. Ich muss mich immer wieder daran erinnern.

Einen Schritt zurück gehen.

wieviele Hunde passen in ein Auto? – das Clownmobil

Ich habe neulich einer Bekannten angeboten sie nach Hause zu fahren. Sie war schlecht drauf und wir wohnen zumindest in der selben Richtung.

Ich habe ein kleines Auto mit vier Sitzen und einem Kofferraum. Im Kofferraum lagen meine Sachen und ein paar Einkäufe.

Irgendwie habe ich in meiner Rechnung vergessen, dass meine Bekannte ja nicht nur selbst mitfährt, sondern auch noch zwei Hunde dabei hat. Einer ist recht klein aber der andere ist größer als Josy!

Ich selbst hatte auch zwei Hunde dabei. Josy und den Montags- Hund, der ja bekanntermaßen nicht so auf Kuschelkurs mit unbekannten Hunden aus ist.

Also: Zwei Personen und vier Hunde auf vier Sitze verteilen!

Davon können Josy und der Montags Hund zusammen sitzen. Oder Josy und die anderen beiden Hunde. Also drei Hunde auf die „Rückbank“ und den Montags- Hund nach vorne? Hm möglich, nur bekommt die Kleine dort schnell mal Panik, vorallem wenn jemand Fremdes halb auf ihr hängt.

Gut, dann also anders. Josy und der Montags- Hund nach hinten. Den größeren Hund in den Fußraum und den kleinen Hund auf den Schoß meiner Bekannten.

Geht doch alles!

Wir sind tatsächlich sicher und heil bei ihr angekommen, auch wenn dem kleinen Hund irgendwann tierisch langweilig war. Alle Hunde wurden sicher nach Hause gefahren und am Ende war es wie immer. Ich und Josy, ganz entspannt auf dem Heimweg.